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Im Auftrag des Rechts – Marek Kneis ist der neue Datenschutzbeauftragte an der Uni Potsdam

Marek Kneis ist der neue Datenschutzbeauftragte an der Uni Potsdam. Foto: Karla Fritze

Marek Kneis ist der neue Datenschutzbeauftragte an der Uni Potsdam. Foto: Karla Fritze

„Das Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsfreiheit und Datenschutz fasziniert mich“, sagt Dr. Marek Kneis. Der Datenschutzbeauftragte der Universität Potsdam lächelt, rückt seine Brille gerade und gesteht, dass er auf Facebook durchaus unterwegs ist. Grundsätzlich gibt sich Kneis auch beim Schutz seiner persönlichen Daten pragmatisch. Verschiedene Seiten zu beleuchten und Rechtspositionen gegeneinander abzuwägen, das hat dem Juristen schon während des Studiums in Berlin Spaß gemacht. „Einen Maximalschutz kann häufig keine Seite für sich beanspruchen, es gilt, einen schonenden Ausgleich zu schaffen. Dennoch ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften zum Datenschutz für viele Bereiche schon relativ detaillierte Vorgaben.“

Nach dem Studium an der Humboldt- Universität zu Berlin wurde er in Potsdam promoviert. „Dr. Marek Kneis hat Geduld, Verstand und Anstand. Sein Urteil ist abgewogen, unabhängig und objektiv“, erinnert sich Dr. iur. Dr. h. c. Detlev W. Belling. Der Professor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Potsdam war vor seinem Ruhestand im April 2018 Kneis’ akademischer Lehrer und Doktorvater. Am Lehrstuhl Belling hat Kneis auch gerne unterrichtet. Dass er nun als Datenschutzbeauftragter an seiner wissenschaftlichen Heimat – der Universität Potsdam – bleiben kann, freut ihn sehr. „Die Arbeitsweise ist zwar formalisierter als am Lehrstuhl. Der Einblick in die ganz unterschiedlichen Bereiche der Universität und die vielfältigen Forschungsvorhaben ist aber sehr gewinnbringend. Auch das Team im Dezernat 3 ist großartig.“ Ihm spielt in die Hände, dass er sich schon immer für Naturwissenschaften, Informatik und Medien interessiert hat. Denn Marek Kneis ist nicht nur als Datenschutzbeauftragter unterwegs, einen Tag in der Woche unterstützt er das Justiziariat in Fragen des Urheberrechts.

An der Universität möchte er vor allem für Daten- und Persönlichkeitsschutz sensibilisieren. Dabei versteht er sich als Dienstleister, der den Mitarbeitenden, Forschenden und Lehrenden mit Rat und Tat zur Seite steht. So erstellt er erklärende Folien und bietet zentrale Informationsveranstaltungen an. Auch in der Forschung muss er Überzeugungsarbeit leisten, gerade wenn Daten von Kindern oder zu gesundheitswissenschaftlichen Themen gesammelt werden. „Es besteht vonseiten der Forscherinnen und Forscher die wahrscheinlich nicht unbegründete Befürchtung, dass die umfangreichen Informationen zum Datenschutz, die potenziellen Probandinnen und Probanden zur Verfügung gestellt werden müssen, abschreckend wirken“, so Kneis. Das gelte im verstärkten Maße, wenn Kinder für eine Teilnahme gewonnen und ihre Eltern überzeugt werden sollen. „Diese Konsequenz hinzunehmen fällt schwer, solange Datenschutz als bürokratische Formalie aufgefasst wird.“

Stärker ins Bewusstsein zu rücken, dass Datenschutz in der Informationsgesellschaft auch Grundrechtsschutz ist, darin sieht Kneis einen Teil seiner Aufgabe: „Andererseits gilt es, mithilfe möglichst knapper und gut verständlicher Informationen Überzeugungsarbeit zu leisten. Potenzielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Studien sollen sich sicher sein, dass ihre Daten an der Universität Potsdam gut aufgehoben sind.“ Die Kommunikation nach außen sei in dieser Hinsicht aber nur eine Seite der Medaille. Datenschutz erfordere auch die Umsetzung von Maßnahmen zur Gewährleistung der Datensicherheit. „Sind besonders schutzbedürftige Personen betroffen oder werden besonders sensible Daten verarbeitet, sind die Anforderungen an die Sicherheit der Datenverarbeitung höher. Das bindet bei den Forschenden zusätzliche Ressourcen und ist daher nicht immer leicht zu vermitteln.“

Natürlich betrifft das Thema Datenschutz nicht nur den Forschungsbereich. Auch die Beschäftigten und Studierenden können sich mit entsprechenden Fragen an Marek Kneis wenden. „Manchmal dauert es mit einer Antwort etwas länger; denn eine Universität ist unter Datenschutzgesichtspunkten hochkomplex.“ Ständige Veränderungen und neu anlaufende Projekte führten zu einem anhaltenden Nachsteuerungsbedarf. Schließlich sei die Arbeit am Datenschutz nie abgeschlossen, sondern ein fortwährender Prozess. „Aber das macht sie auch so vielseitig und spannend.“

Text: Dr. Silke Engel
Online gestellt: Silvana Seppä
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde