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Unterwegs in Kenia – 11. Februar 2018: Begegnung im Land der Massai

Reisetagebuch: Potsdamer Geowissenschaftler auf Exkursion im Ostafrikanischen Riftsystem
Diatomitablagerungen in Olorgesailie. Foto: Corinna Kallich.

Diatomitablagerungen in Olorgesailie. Foto: Corinna Kallich.

Alle Teilnehmer der geologischen Kenia-Exkursion erreichen das hochgelegene Nairobi (1800 Meter ü.N.N.) planmäßig. Deutsche, italienische und kenianische Geowissenschaftler werden die nächsten zehn Tage in einem kleinen Reisebus durchs Land fahren und gemeinsam die Struktur und Geologie des Ostafrikanischen Riftsystems untersuchen. Die Wissenschaftler decken dabei ein breites Spektrum an Expertisen ab. Wir erhoffen uns lebendige und ideenreiche Diskussionen. Bei 25 Teilnehmern und 23 Sitzplätzen im Exkursionsbus sollte dies das geringste Problem darstellen.

Wir verlassen die Hauptstadt Kenias in Richtung des südlichen Grabensystems mit dem Ziel Lake Magadi. Der Weg wird uns direkt ins Land der Massai bringen. Die Massai sind ein Volk zum Teil sesshaft gewordener Nomaden, die allerdings immer noch mit großen Viehherden die beeindruckende Savannenlandschaft durchqueren. Wir versorgen uns in den Ngong Hills mit Reiseproviant. Insbesondere Wasser ist bei erwarteten Temperaturen von ca. 38 Grad im trockenen Süden unerlässlich. Die Ngong Hills sind in der Weltliteratur bekannt geworden durch die Beschreibungen der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, die sich in dieser Gegend um 1914 im Kaffeeanbau versuchte.

Nach einer ausgiebigen Einführung und einem Überblick über die großräumige Geologie Kenias fahren wir hinab in die Becken des Grabensystems. An dessen Ostrand durchqueren wir auch unterschiedliche Vegetationszonen, die von dichtem Baumbewuchs bis zur Dornensavanne reichen. Wir erreichen das Innere des Grabens in der Nähe von Olorgesailie, wo schon der bekannte Paläoanthropologe Louis Leakey in den 1940er Jahren Steinwerkzeuge der frühen Riftbewohner ausgrub. Vor knapp einer Million Jahren gab es hier noch eine ausgedehnte Seenlandschaft. Wir untersuchen die Ablagerungen eines dieser Seen, den früheren Lake Olorgesailie. Die Seesedimente bestehen hauptsächlich aus Diatomit – ein sehr leichtes, helles, pulverartiges Material, das wir auch in Norddeutschland in den Ablagerung der letzten großen Zwischeneiszeit hin und wieder finden. Während unserer Analysen kommt ein starker Wind auf, der den Staub der trockenen Seeablagerungen durch die Luft wirbelt. 
Wir verabreden uns mit den befreundeten Massai für eine Wanderung am nächsten Tag. Während wir mit den Dorfbewohnern sprechen, steigen drei Schulkinder zu uns in den Bus. Sie fahren mit uns die zehn Kilometer zur nächsten Schule und sparen sich so den morgigen Fußmarsch. Erschöpft, aber reich an Eindrücken, erreichen wir nach zehn Stunden unser Zeltcamp mit Blick auf den Lake Magadi.

Hintergrundinformationen zur Reise der Potsdamer Geowissenschaftler gibt es hier

Text: Henry Wichura, Corinna Kallich, Simon Riedl
Online gestellt: Marieke Bäumer
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de

 

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